Evangelisch–Lutherische
St.-Nicolai-Kirchgemeinde Aue
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Das Weihnachtsfenster

An einem Abend in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts kam der Vorstand der Auer Nicolaigemeinde zu einer wichti-gen Beratung zusammen. Nachdem der Vorsitzende die Sit-zung eröffnet hatte stellte er die ent-scheidende Frage: „Meine Herren, der Kunstglaser drängt darauf, dass wir uns festlegen, was nun auf den gro-ßen Fenstern im Chorraum unserer neuen St.-Nicolai-Kirche dargestellt sein soll. Sie kennen die Entwürfe. Welche wollen wir an-nehmen?“ Darauf meldet sich einer der Anwesenden und sagt: „Herr Vor-sitzender, ich stimme dafür, dass wir das Weihnachtsfenster in Auftrag geben. Es ist ja nicht anders möglich, als dass in den Wohnungen der Weihnachts-schmuck manchmal schon kurz nach Hohneujahr wieder verschwindet. Dann holt der Alltag die Menschen wieder ein. Nicht wenige leben, als wären sie ganz auf sich gestellt, als wäre Jesus nie Mensch und damit ihr Freund und Bruder geworden. Darum ist es doch nur gut, wenn sie bei jedem Besuch der neuen Kirche wieder daran erinnert werden. Dem Glasermeister ist es hervor-ragend gelungen, die ganze Weih-nachtsgeschichte darzustellen. Sehen Sie doch: Links die Hirten, die kommen, um das Kind anzubeten. So stelle ich es mir vor, dass die Menschen mit allem, was sie bewegt, zum Kind in der Krippe kommen. Und dann kehren sie mit einem Loblied auf den Lippen wieder zurück an ihre Arbeit und in ihren All-tag. Wie wünsche ich es mir, dass es jeder so erleben möge, der in die Kirche kommt. Rechts dagegen die Könige. Es sind ehr-würdige Männer, die eine weite Reise auf sich genommen haben. Kein Weg war ihnen zu weit, um den neugeborenen König zu begrüßen. Das soll nicht ver-gessen werden, dass wir uns immer wieder auf den Weg zu Christus machen müssen. Wer sich vor ihm klein macht, den wird er groß machen und segnen. Aber die Mitte beeindruckt mich am meisten. Die Heilige Familie und da-rüber die Engel mit dem Schriftband. „Ehre sei Gott in der Höhe“, so kann man es lesen. Wenn es doch nur so wäre, dass wir dies als Wunsch, Bitte und Lebensmaxime im Herzen trügen. Gott die Ehre geben – darauf kommt es an. Und vielleicht geschieht es ja, dass jemand beim Blick zum neuen Fenster ins Nachdenken kommt.Die Alten haben entschieden. Das Weihnachtsfenster wurde angefertigtund eingebaut. Es hat allerdings eine Besonderheit. Zur musikalischen Christ-vesper oder auch zur Mette kann man die Bilder nicht sehen. Da ist es drau-ßen dunkel; aber ein Buntglasfenster braucht Licht von außen, damit man es innen bewundern kann. Wer das Weihnachtsfenster sehen möchte, muss zu einem anderen Zeitpunkt in unsere Kirche kommen. Der Sonntagmorgen ist sehr zu empfehlen, weil da die Sonne das Fenster anstrahlt. Und dann wird man mitten im Jahr daran erinnert, dass das Weihnachts-geschehen nicht nur ein Ereignis der Vergangenheit war, das man jährlich wiederkehrend feiert. Nein, was zu Weihnachten seinen Anfang genommen hat, reicht bis in unser Leben hinein, wenn ich Jesus mein Herz öffne.

Ihr Pfarrer Jörgen Schubert