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St.-Nicolai-Kirchgemeinde Aue
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Stellungnahme zu den Vorfällen bei unserer Weihnachtsfeier für Einsame, Obdachlose und Fremde

Seit 17 Jahren veranstalten wir die Weihnachtsfeier für Einsame und Bedürftige am Heiligen Abend im Pfarrhaus unserer Kirchgemeinde. Organisiert und durchgeführt wird sie von vielen ehrenamtlichen Helfern.

Zu den Gästen gehören neben Einheimischen selbstverständlich auch Asylbewerber. Alle sind herzlich willkommen. Viele Menschen haben das als etwas sehr Besonderes erlebt. Manche haben daraufhin engeren Kontakt zu unserer Gemeinde gesucht und auch an Glaubenskursen teilgenommen. Etliche haben in unserer Gemeinde eine Heimat gefunden. Andere, die in anderen Städten gezogen sind, suchten dort Gemeindeanschluss. Sie nahmen die guten Erfahrungen aus Aue und auch aus der Weihnachtsfeier mit.

So kamen auch am 24. Dezember 2019 ca. 100 Menschen und erlebten einen besinnlichen Abend. Wir schauten in viele dankbare Gesichter. Nach dem Abschluss der Feier kam es zu einem ernsten Streit zwischen einem Syrer und einem Iraner, welche beide keine Mitglieder unserer Gemeinde sind. Was die Ursache des Streits war, können wir nach aktuellem Stand nur vermuten. Wie durch die Medien bekannt gemacht, wurde dabei ein Mitarbeiter durch einen Messerstich schwer verletzt.

Dank der schnellen Hilfe durch den Rettungsdienst und die Operation im Krankenhaus, wurde dem Mitarbeiter das Leben gerettet. Er ist inzwischen von der Intensivstation auf eine Normalstation verlegt worden. Bei einem Besuch betonte er, dass er keinen Hass empfindet und sich weiter ehrenamtlich engagieren wird.

Auch wurden mindestens zwei weitere Gäste verletzt, beide konnten noch in der Nacht das Krankenhaus wieder verlassen.

Wir sind Gott dankbar, dass er das Leben der Männer bewahrt hat.

Als Gemeinde macht uns die geschehene Gewalt am Heiligen Abend sehr betroffen. Wir verurteilen diese Tat, die sich durch nichts entschuldigen lässt und sind dankbar, dass die Polizei mit Nachdruck an der Aufklärung des Falls und der Täterschaft arbeitet.

Wir wissen, dass der Angriff sich nicht gegen unsere Gemeinde und nicht gegen Christen richtete.

Wir verwahren uns dagegen, diese Straftat zum Anlass zu nehmen, alle Fremden als potentielle Gewalttäter zu betrachten. Denn dieser schrecklichen Tat eines Migranten stehen ungezählte gute Erfahrungen mit Migranten entgegen.